Microsoft 365 Backup: Warum Microsoft Ihre Daten nicht sichert
Ein weit verbreiteter Irrglaube: Viele Unternehmen glauben, dass Microsoft 365 ihre Daten automatisch schützt. Das stimmt nicht – und kann teuer werden.
Der verbreitete Irrglaube: Microsoft sichert meine Daten
Wer Microsoft 365 nutzt, verlässt sich oft darauf, dass Microsoft die Datensicherung übernimmt. Dieser Irrglaube kann existenzbedrohend sein. Die Realität: Microsoft betreibt eine robuste Infrastruktur und sichert seine eigenen Systeme – aber nicht Ihre Daten.
Was Microsoft wirklich absichert – und was nicht
Microsoft sichert seine eigene Plattform-Infrastruktur gegen Hardwareausfälle und Katastrophen. Was Microsoft nicht schützt:
- Versehentliches Löschen durch Benutzer oder Admins
- Ransomware, die Ihre Dateien in OneDrive/SharePoint verschlüsselt
- Böswillige interne Akteure (Mitarbeiter, die Daten löschen)
- Datenverlust durch Fehlkonfigurationen
- Daten nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen (standardmäßig 30–93 Tage im Papierkorb)
Die Microsoft-eigenen Schutzfunktionen und ihre Grenzen
Papierkorb und Versionshistorie
OneDrive und SharePoint haben einen Papierkorb (30 Tage) und Versionshistorie (Standard: 500 Versionen, begrenzte Zeit). Das klingt gut – aber bei einem Ransomware-Angriff werden alle Versionen verschlüsselt. Und nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen ist alles weg.
Litigation Hold
Für Compliance-Zwecke gibt es Retention Policies in Microsoft Purview. Das ist aber kein Backup im klassischen Sinne – es sind keine wiederherstellbaren Snapshots außerhalb der Microsoft-Umgebung.
Warum ein echtes M365 Backup notwendig ist
Ein professionelles Microsoft 365 Backup speichert Ihre Daten außerhalb der Microsoft-Cloud – in einem getrennten System. Damit sind Ihre Daten geschützt, selbst wenn:
- Ihr M365-Tenant kompromittiert wird
- Daten durch Ransomware überschrieben werden
- Microsoft eine Panne hat
- Ihrem Administrator ein folgenschwerer Fehler unterläuft
Welche Daten sollten gesichert werden?
- Exchange Online (E-Mails, Kontakte, Kalender)
- SharePoint Online (Dokumente, Listen)
- OneDrive for Business
- Microsoft Teams (Chats, Dateien, Kanäle)
FAQ
Reicht die 30-Tage-Aufbewahrung im Papierkorb aus? Für die meisten Fälle nein. Ransomware-Angriffe werden oft erst Wochen nach der Infektion bemerkt. Dann ist die 30-Tage-Frist längst abgelaufen.
Was kostet ein M365 Backup? Die Kosten für professionelle Backup-Lösungen (z. B. Veeam, Acronis) hängen von Nutzeranzahl und Anforderungen ab. Sprechen Sie uns an – ein Datenverlust ist in jedem Fall teurer.
Wir nutzen Microsoft 365 Business Premium – sind wir damit nicht ausreichend geschützt? Business Premium bietet hervorragende Sicherheitsfunktionen (Defender, Conditional Access) – aber kein Backup im klassischen Sinne. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.